Die Knappheit der Güter zwingt zum
Wirtschaften

 

Wer wirtschaftet, fällt Entscheide über knappe Güter.

Frau Scheiwiler bemalt alte Bauernschränke, treibt Sport, pflegt einen Garten, betet zu Gott, erzieht Kinder, bügelt Hemden, kauft ein, kocht, putzt, schwatzt mit Nachbarn, geht ins Kino und in Konzerte, trinkt Kaffee, liest die Zeitung, guckt fern, singt im Kirchenchor, geht in die Ferien, fährt mit dem Auto in der Gegend herum und trifft andere Leute. Und bei fast allen Tätigkeiten wirtschaftet sie, d.h. sie fällt Entscheide über knappe Güter.

 

Die Wirtschaft ist ein Teil der Kultur. Sie steht neben andern Kulturbereichen wie Technik, Recht oder Kunst. Im Bereich Wirtschaft fallen die Entscheide über die Gewinnung, Verarbeitung, Verteilung und Verwendung von knappen Gütern. Wirtschaften heisst somit, darüber entscheiden,

  • welche Güter gewonnen, hergestellt, verteilt und verwendet werden sollen,
  • wer diese Güter gewinnen, herstellen, verteilen und verwenden soll,
  • wann dies zu geschehen hat und
  • wie diese Realvorgänge der Gewinnung, Verarbeitung, Verteilung und Verwendung von Gütern abzulaufen haben.


Die Realvorgänge selbst sind nicht Sache der Wirtschaft. Sie sind z.B. der Natur oder der Technik zuzuordnen. Autofahren, bügeln, kochen sind Techniken, die Frau Scheiwiler beherrscht. Hingegen wirtschaftet sie, wenn sie den Haushalt führt, d.h. wenn Sie z. B. darüber entscheidet, was sie kochen will, ob sie das Auto benützen möchte oder besser mit der Bahn fährt, wo sie einkaufen und wieviel Geld sie ausgeben will.

 


[ Seitenanfang ]